AutorenDuo Blog

Cover Doppelopfer

Doppelopfer

Doppelopfer – doppelter Schreibspaß

Im September 2018 schrieb mich ein Mann namens Koto Kodama auf Facebook an, der sich auf seiner Seite als Flaneur bezeichnete. Na, dachte ich, das kann ja nix Gescheites sein! Zu erinnerlich war mir noch die Facebook-Begegnung mit dem angeblichen Regisseur, der mich in einer Neuversion von Lady „Macbeth“ besetzen wollte – um sich dann als Hinterhof-Pornofritze zu entpuppen …

Aber kommen wir zurück zu Koto: »Ich bin auf der Suche nach einem Verlag«, schrieb er weiter, und ich meinte: »Ruf mich doch mal an, das geht schneller.«

Bereits nach zwei Sätzen stellte ich fest, dass Koto nicht nur gescheit, sondern auch noch nett ist. Unser erstes Telefonat dauerte geschlagene zwei Stunden, und nachdem wir noch ein paar Mal telefoniert hatten, war sehr schnell der Plan gefasst, dass wir zusammen ein Buch schreiben wollten. Ich hatte gerade einen Krimi angefangen, der aber nicht so recht fortschreiten wollte, und so meinte ich: »Schreib du doch alle Männerrollen, ich die weiblichen – und dann sehen wir weiter.«

Gesagt, getan, und als wir sahen, dass kein Unsinn dabei herauskam, haben wir das Manuskript dem A.P.P.-Verlag angeboten, mit dem wir uns auch direkt handelseinig wurden.

Das erste Mal live und in Farbe haben Koto und ich uns dann bei meiner Lesung in Wien gesehen, und … ups, vor mir stand mein Seelenzwilling. Und da wussten wir: Unser Thriller kann nur gut werden – und das AutorenDuo Valeska Réon und Koto Kodama war geboren!

AutorenDuo

Das AutorenDuo Valeska Reon Koto Kodama

Der reine Schreibprozess war ganz easy, viel interessanter waren indes all die Ideen, die uns dabei, sozusagen als Nebenprodukte, kamen. Ruckzucki war nämlich die Idee geboren, unser Buch auch auf der Leinwand lebendig werden zu lassen. Da Verfilmungen sich aber über Jahre hinweg ziehen können, sind wir dann zuerst einmal das Projekt Buchtrailer angegangen. Koto hat durch seinen Job beim Fernsehen gute Connections zu Schauspielern, und so hatten wir ganz schnell eine Crew zusammen, inklusive einer Visagistin. Unsere Geschichte spielt im tief verschneiten Paris, daher waren wir sehr begeistert, dass der Winter in München bereits im Dezember Einzug gehalten hatte, weil wir die ersten Szene auf dem alten Friedhof im Glockenbachviertel drehen konnten. Darya Gritsyuk verlieh unserer Élodie die nötige Portion Traurigkeit und Sensibilität, und als ich die fertige Szene dann das erste Mal sah, hätte ich fast losgeheult, weil es tatsächlich so aussah, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Als das Model, das die Leiche spielen sollte, einen Tag vorher absagte, sprang meine Freundin Susanne Graue ein, die ab diesem Zeitpunkt dann auch das Maskottchen der Dreharbeiten wurde, denn sie vermittelte uns die Galerie Hegemann, wo wir im Januar die Innenaufnahmen gedreht haben.

Zum Glück hatten wir direkt von vornherein die Idee, alle Szenen auch in Englisch zu drehen, was sich später noch als Glücksgriff herausstellen sollte …

Die Testleser unseres Buches hatten übrigens alle jemand völlig anderen als Killer im Verdacht. Zuerst waren wir sehr erstaunt, dann fanden wir die Idee aber so gut, dass wir beschlossen haben, in einer eventuellen Kinoverfilmung diese Alternativ-Auflösung zu benutzen.

Mittlerweile liegt ein Drehbuch-Treatment vor, und es gibt bereits Interesse von Seiten einiger Filmschaffender. Hierzu berichten wir mehr, wenn es soweit ist.

Wir waren dann fast fertig mit unserem Buch, dem wir zwischenzeitlich den Titel »Doppelopfer« gegeben hatten, als wir an die Stelle kamen, wo die Hauptdarstellerin, die Violinistin Élodie Blanc von einer französischen Band dafür engagiert wird, deren letzten Megahit »J’aime tellement« in einer Klassikversion neu einzuspielen. Dies handhabt die französische Band Calogero seit Jahren so, und dies mit großem Erfolg. Also schrieb ich das Management an, aber Calogero waren gerade auf Tournee, und so haben Koto und ich dann selber eine Band für unserem Plot erfunden: Brigand.

Da das Lied unsere Geschichte wie ein roter Faden durchzieht, habe ich mich hingesetzt und einen französischen Liedtext geschrieben. Der gefiel mir dann so gut, dass ich zu Koto meinte: »Hasi, was hältst du davon, wenn wir uns eine Sängerin suchen, die uns das einsingt?“

Wir kannten uns damals erst kurz, aber eines war ihm klar: Ich bin keine Frau der Konjunktive. Hätte, könnte, sollte … all das gibt es bei mir nicht, ich mache einfach.

Auch hier kam dann nochmals die wundervolle Susanne Graue ins Spiel, die uns die Sängerin Sarah Kaspar empfahl. Auch wieder mal ein Glücksgriff, denn sie ist auch Komponistin und konnte meinen Text in eine eingängige Melodie kleiden und direkt auch in einem Tonstudio einspielen.

Und nachdem das fertig war, bekam ich die Idee, verschiedene Remixe machen zu lassen. Auf Instagram traf ich dann einen Rapper, der den Song dahingehend abänderte, dass er in die Rolle des Hauptdarstellers Gabriel schlüpfte und Élodie seinen Frust darüber ins Gesicht rappt, dass sie ihn … Ach nee, ich will jetzt nicht spoilern.

Das Musikteam verstärkt hat jetzt Frankie, ein italienischer House-DJ, der gerade an einem Dance-Remix tüftelt, der right into the sockets geht.

Die Sampler-CD dazu ist bereits in Planung, sie könnte vielleicht so aussehen:

CD-Cover Doppelopfer

Und nun folgt endlich das, worauf wir uns seit der ersten Manuskriptzeile bereits riiiesig freuen: unsere Lesereise. Diese wird uns quer durch Deutschland führen und in unserer Lieblingsstadt Wien ihr Finale finden. Oder aber … hier greife ich noch einmal den Glücksfall auf, dass wir den Buchtrailer auch in Englisch gedreht haben: vielleicht brauchen Koto und ich auch bald einen Reisepass, aber auch dazu erst mehr, wenn es spruchreif ist.

 
Tourenplakat

Tour Plakat AutorenDuo Valeska Reon Koto Kodama

Da die erste Auflage bereits direkt nach der Premierenlesung auf der Leipziger Buchmesse vergriffen war, schiebt die Druckerei gerade Nachtschichten, sodass die Printversion bald wieder erhältlich sein wird.

 

Wir bedanken uns bei unseren Lesern und bei allen, die das Projekt zusammen mit uns begleitet und zu so etwas Großartigen gemacht haben.

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